Mit dem Gesundheitsplan 2040+ wird die medizinische und pflegerische Versorgung in Niederösterreich langfristig gesichert und gezielt weiterentwickelt. Erste Maßnahmen greifen und bringen spürbare Verbesserungen für Patientinnen und Patienten.
Vor einem Jahr wurde mit dem Gesundheitsplan 2040+ ein langfristiger Fahrplan für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich präsentiert. Ziel ist es, die medizinische und pflegerische Versorgung nachhaltig zu sichern und gleichzeitig auf gesellschaftliche Veränderungen wie demografischen Wandel und steigenden Bedarf an spezialisierten Leistungen zu reagieren. Bereits im ersten Jahr konnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden, die unmittelbare Vorteile für Patientinnen und Patienten bringen.
„Unser Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Und genau deshalb haben wir mit dem Gesundheitsplan 2040+ einen fundierten und verlässlichen Fahrplan für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich. Wir stehen geschlossen hinter diesem Plan, denn unsere Verantwortung endet nicht heute oder morgen, sondern reicht weit über das Jahr 2040 hinaus“, so der für die Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser. „Der Gesundheitsplan ist mittlerweile seit einem Jahr beschlossen und wird von allen Parteien in der niederösterreichischen Landesregierung mitgetragen. Auch der Regionale Strukturplan Gesundheit in Niederösterreich wurde vom SPÖ-geführten Gesundheitsministerium begutachtet und gutgeheißen und in weiterer Folge in Niederösterreich einstimmig beschlossen. Damit ist die fachliche Grundlage gelegt, auf deren Basis nun die konkrete Umsetzung durch die zuständigen Institutionen wie LGA, ÖGK und weitere Stakeholder erfolgt. Auf dem Weg zu einem verlässlichen und zukunftsfitten Gesundheitssystem wurden bereits wichtige Schritte gesetzt. Nun wird es darauf ankommen, dass die vereinbarten Maßnahmen sorgfältig, verantwortungsvoll und im Sinn einer sicheren Versorgung der Bevölkerung umgesetzt werden“, unterstreicht Landesrat Martin Antauer.
„Wir wissen, unsere Gesellschaft wird immer älter, gleichzeitig gehen die Geburtenzahlen stark zurück, die Baby-Boomer-Generation tritt schrittweise in den Ruhestand, die Teilzeitquote steigt auch im Gesundheits- und Pflegebereich und der Fachkräftemangel ist längst Realität und keine Zukunftsprognose mehr. Gleichzeitig sehen wir die Anforderungen der modernen Medizin, die großartige, neue Behandlungsmöglichkeiten bietet, jedoch auch eine zunehmende Spezialisierung der Fachkräfte und eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit verlangt. Genau deshalb müssen wir entsprechend reagieren und unsere Strukturen anpassen“, betont Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.
In Zeiten knapper werdender personeller Ressourcen, einem zunehmenden Bedarf an individualisierter Medizin und Fachexpertinnen- und experten sowie dank des medizinischen Fortschritts ist es notwendig vorhandene Strukturen zu überdenken und wo nötig anzupassen. Durch die Bündelung von Leistungen, wie etwa im Bereich der Geburtshilfe, werden trotz Fachkräftemangel und sinkenden Fallzahlen die Versorgungsqualität erhöht und höchste Fachexpertise geboten. Nicht jedes Haus muss und kann alle Leistungen anbieten – aber in jeder Gesundheitsregion sind alle Leistungen in den unterschiedlichen Schwerpunkthäusern vorhanden. Davon profitieren nicht nur Patientinnen und Patienten, für die die Versorgungsqualität langfristig gesichert wird, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: durch eingespielte Abläufe und Sicherheit, durch Routine sowie eine verbesserte Aus- und Weiterbildung.
Gleichzeitig konnte durch die Bündelung der Geburtshilfe vom LK Klosterneuburg ins UK Tulln eine neue Möglichkeit für tagesklinische Eingriffe im HNO-Bereich für Kinder geschaffen werden. Im Rahmen des Projekts „HNÖ hilft“ wurden bereits über 80 Kinder operiert und ihnen damit schnell geholfen. Auch in Zukunft soll dieses Projekt weitergeführt werden und die Wartezeiten auf Operationen im HNO-Bereich für Kinder reduziert werden.
Mit dem laufenden Ausbau der Akutgeriatrie und Remobilisation werden entsprechende Angebote geschaffen, um auf die Anforderungen der alternden Gesellschaft zu reagieren und die Menschen bestmöglich bei ihrer Genesung und am Weg zurück in ihr häusliches Umfeld zu unterstützen. So konnten im vergangenen Jahr neben der bereits bestehenden Akutgeriatrie im LK Waidhofen/Thaya an vier weiteren Klinikstandorten (Melk, Mödling, Klosterneuburg und Stockerau) Angebote geschaffen werden. Die Patientinnen und Patienten profitieren von multiprofessioneller Betreuung, gezielter Rehabilitation und einer besseren Vorbereitung auf den Alltag nach einem Krankenhausaufenthalt. Weitere Angebote sind noch in Planung, wie beispielsweise in den Kliniken Waidhofen/Ybbs, Neunkirchen oder Lilienfeld.
Gut ein Jahr nach der Präsentation des Gesundheitsplans 2040+ konnte auch das finale Leistungsspektrum der Gesundheitsklinik Gmünd präsentiert werden. Die NÖ Gesundheitsklinik Gmünd gewährleistet künftig eine medizinische Versorgung rund um die Uhr. An sieben Tagen die Woche steht eine durchgehende Erstversorgung zur Verfügung, ergänzt durch eine erweiterte allgemeinmedizinische Basisversorgung und fachärztliche Versorgung. Zudem wird der Notarztstützpunkt mitsamt Hubschrauberlandeplatz zukünftig am Standort verortet. In Zeiten, in denen der Notarzt nicht im Einsatz ist, steht dieser somit zusätzlich für die Versorgung von Patienten zur Verfügung. Gmünd wird mit tagesambulanten Eingriffen in den Fächern Chriurgie, Augenheilkunde und Orthopädie/Traumatologie das tagesambulante Zentrum des Waldviertels. Ergänzt wird die neue Klinik durch ein Radiologiezentrum und auch ein Chronikerzentrum.
Ebenfalls auf die veränderten Bedürfnisse unserer Zeit geht das Pilotprojekt „HerzMobil“ am Universitätsklinikum Wiener Neustadt ein. Durch dieses wird die Nachsorge für Menschen mit Herzinsuffizienz verbessert. Eine engmaschige Betreuung nach der Entlassung hilft, Komplikationen früh zu erkennen, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Die weiteren Kliniken der Thermenregion werden in den kommenden Monaten an das Pilotprojekt angeschlossen.
Neue organisatorische Lösungen zeigen auch im LK Baden Wirkung: Die Erstversorgungsambulanz (EVA) bietet eine rasche medizinische Ersteinschätzung außerhalb der Ordinationszeiten und entlastet gleichzeitig Notaufnahmen. Nachdem das Projekt im April 2025 als Pilot startete, ging die EVA bereits im Jänner 2026 nach erfolgreicher Evaluierung in den Regelbetrieb über.
Die Erfolge dieser Maßnahmen zeigen, dass der Weg des Gesundheitsplans der richtige ist. Wir sind entschlossen, ihn zum Wohl der Niederösterreicher, unserer Kinder und Enkelkinder weiterzugehen, zusammen mit den Experten und Fachkräften aus unserem Gesundheitssystem, mit den Organisationen der Zivilgesellschaft und der Bevölkerung. Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Ärzte, Pflegekräfte, Rettungs-/Notfallorganisationen, Gesundheitskasse – sie alle haben am Gesundheitsplan mitgearbeitet und stehen hinter ihm. So einen Schulterschluss von Politik, Institutionen und Bevölkerung hat es in Österreich noch nie gegeben. Das zeigt, wie fundiert der Plan ist.
Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IfDD) zeigt deutlich, wie stark die Unterstützung ist: 82 Prozent der Landsleute halten die Maßnahmen für dringend oder eher notwendig. Rund zwei Drittel wollen, dass die Empfehlungen der Experten konsequent umgesetzt werden. 90 Prozent sagen, dass sie lieber ambulant als stationär behandelt werden wollen, wenn es medizinisch möglich ist und 89 Prozent möchten lieber in einem Klinikum mit spezialisierten Experten operiert werden, auch wenn sie bis zu 30 Minuten länger fahren müssten. Sie wollen die beste, nicht die nächstmögliche Versorgung.
„Die bisherigen Umsetzungen zeigen, dass der Gesundheitsplan kein theoretisches Konzept ist, sondern Schritt für Schritt realisiert wird. Die Maßnahmen tragen dazu bei, die Versorgung moderner, koordinierter und patientenorientierter zu gestalten“, betont LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam. „Auch die Zusammenführung mehrerer Standorte zu Mehrstandortkliniken war ein richtiger organisatorischer Schritt. Durch die Bündelung von Kompetenzen, abgestimmte Leistungsangebote und eine klare Aufgabenverteilung profitieren Patientinnen und Patienten von spezialisierten Behandlungen, durchgehenden Versorgungspfaden und gleichbleibend hoher medizinischer Qualität.“
Der eingeschlagene Weg wird fortgesetzt, um auch künftig eine verlässliche, qualitativ hochwertige und flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherzustellen. So stehen die nächsten Projekte bereits auf dem Plan. Etwa der Ausbau der roboterassistierten Chirurgie an mehreren Standorten oder die Implementierung einer Nurse led Unit (NLU), einer pflegegeleiteten Station, am Landesklinikum Waidhofen/Thaya.
Weitere Informationen beim Büro LR Anton Kasser unter 0676/81212345, Jan Teubl, und e-mail jan.teubl@noel.gv.at oder beim Büro LR Martin Antauer, Ing. Robert Lugar, Tel. +43 (0) 676 35 177 34, E-Mail: robert.lugar@noel.gv.at oder beim Büro LR Christiane Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter Kraus, Pressesprecher, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail dieter.kraus@noel.gv.at
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