Um erneuerbare Energie in Niederösterreich noch effizienter nutzen zu können, wurde am heutigen Dienstag im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz und electrify-Chairman Rudolf Schütz in Wolkersdorf ein „Schwarmspeicher“-Pilotprojekt in Betrieb genommen. Dabei werden Orts-Trafos mit Batterien ergänzt und so für die Energiewende wirksam gemacht.
„Mit diesem heutigen Start setzen wir einen Meilenstein in der Energiewende. Es gilt alles zu tun, die Energiewende voranzutreiben. Denn das Klima verändert sich, das zeigen uns nicht nur die Statistiken, das zeigt uns die derzeitige Hitzeperiode und wir alle spüren das Tag für Tag“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner eingangs und meinte weiter, dass der Hauptverursacher für den Klimawandel die Nutzung fossiler Energie sei. „Deswegen ist Niederösterreich auf einem guten und vor allem sehr erfolgreichen Weg mit der Produktion von erneuerbarer Energie: über 40 Prozent der erneuerbaren Energie aus Wind und Sonne kommt für ganz Österreich aus Niederösterreich.“
„Mit dem System der neuen Schwarmspeicher ist es möglich, überschüssige Energie zu speichern und sie dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird. Für solche Visionen braucht es Visionäre“, unterstrich sie und dankte Unternehmer Rudolf Schütz und allen am Projekt beteiligten Playern. Das Schwarmspeicher-Projekt sei ein „wesentlicher Beitrag, um die Energiewende voranzutreiben. Eine Erfolgsgeschichte, die bei uns in Niederösterreich seinen Ursprung hat und die weit über Niederösterreich fortgeschrieben wird.“
EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz ergänzte: „Die Energietransformation braucht Pioniere. Dieses Projekt unterstreicht, dass diese Pioniere auch und vor allem in Niederösterreich sind. Wir wollen mit diesem Projekt konkrete Informationen bekommen, damit ein Optimum gefunden werden kann zwischen den Erzeugern, dem Netz und den Speicherbetreibern. Das ist im Interesse der Versorgungssicherheit und der Kundinnen und Kunden. Das wird uns in Österreich ein Stück unabhängiger machen.“
„Wir wollen möglichst viele Schwarmspeicher im Ortsnetz integrieren, weil sie den Überschussstrom in der Region verwerten, die Netze entlasten und die Preise stabilisieren. Jede Gemeinde kann von diesem Konzept profitieren“ unterstrich electrify smart energy-Chairman Rudolf Schütz. Dominik Kohl von electrify smart energy präsentierte gemeinsam mit Netz NÖ Geschäftsführer Werner Hengst und Netz NÖ Prokurist Christian Stürmer die technischen Details zum Projekt: Der Schwarmspeicher nimmt überschüssigen PV-Strom von Haushalten und Gewerbe direkt dort auf, wo er entsteht, und gibt ihn wieder ans Netz ab, wenn er gebraucht wird. Diese Speicher entlasten das Stromnetz und erhöhen die Effizienz, weil der Strom nicht in höhere Netzebenen transferiert werden muss. Gemeinsam mit der EVN und Netz NÖ untersucht die electrify smart energy im Rahmen eines Forschungsprojekts die positiven Auswirkungen der Schwarmspeicher auf das Verteilnetz. Dabei hat Netz NÖ erstmals in Österreich „flexible Netzzugänge“ vergeben. Das bedeutet, dass Batterie- und Netzbetreiber rund um die Uhr eng zusammenarbeiten: Wenn das Netz belastet ist, gibt die Netz NÖ „Hüllkurven“ vor, in deren Rahmen die Speicher betrieben werden müssen. Das ist eine Win-Win-Win Situation: Der Netzbetreiber bekommt Planungssicherheit und mehr Kapazität im bestehenden Netz und Batteriebetreiber erhalten rascher einen Netzzugang.
Das Projekt wird von der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus und der Universität für Weiterbildung Krems unterstützt. Insgesamt werden im ersten Schritt bei zehn Trafo-Standorten 24 Speicher errichtet. Das gesamte Speichervolumen beträgt rund fünf Megawattstunden. Erste Ergebnisse aus dem „Reallabor“ sollen bis Jahresende vorliegen. Ist das Projekt erfolgreich, ist ein Roll-out in Niederösterreich ab 2027 geplant.
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ecoplus Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Hackl, EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz, E-Control-Vorstand Alfons Haber, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, electrify-Chairman Rudolf Schütz und Netz NÖ Geschäftsführer Werner Hengst (v.l.n.r.)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach von einem „Meilenstein in der Energiewende.“
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