Gefahren im Winter – Allgemeine Informationen
aktualisiert am 26. Jänner, 07:30 Uhr (sk)
Allgemeine Informationen zu Gefahren im Winter in Niederösterreich
Der Winter in Niederösterreich ist nicht nur schön, weil alles glitzert, sondern birgt auch einige Risiken. Besonders die großen Tiefdruckgebiete (Sturmtiefs) über Europa bringen jedes Jahr starke Stürme, die sogar Menschen gefährden können.
Sturmtiefs – die unsichtbaren Kraftpakete
Sturmtiefs (große Tiefdruckgebiete) bilden sich bereits über dem Atlantik und können meist gut von den Wetterdiensten vorhergesagt werden. Wenn sie das europäische Festland erreichen hören wir meist schon von schweren Schäden aus Großbritannien, Deutschland oder Frankreich. Wenn die Sturmfronten bis nach Österreich gelangen, können auch bei uns Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h auftreten – oft über mehrere Stunden oder sogar Tage hinweg. Solche Sturmböen können Bäumen entwurzeln und Schäden an Dächern anrichten.
Bei Windgeschwindigkeiten ab 117 km/h spricht die Meteorologie von einem Orkan – dabei werden ganze Dächer weggeblasen und im Forst kann es zu großflächigen Windwürfen kommen. Menschen werden bei derartig hohen Windgeschwindigkeiten umgeschmissen.
Wenn Warnungen vorliegen sichern Sie vorsorglich gefährdete, lose Gegenstände wie zum Beispiel Mülltonnen, Plakatständer, Gartenmöbel und Kindertrampoline, um Schäden zu vermeiden. Der Aufenthalt im Freien und in der Nähe von Bäumen während eines Sturms ist zu meiden. Autofahrten durch Waldgebiete sind aufgrund umstürzender Bäume lebensgefährlich.
Begleitende Gefahren von Schnee, Wind und Kälte - Eisstoßgefahr
Starke Schneefälle in Verbindung mit starkem Wind führen zu Schneeverwehungen (große durch Wind angehäufte Schneemengen, die Straßen blockieren können). Auch im Flachland können diese Verwehungen dazu führen, dass Ortschaften nicht oder nur schwer erreichbar sind. Im Zuge von länger anhaltenden Kälteperioden können Gewässer zufrieren. Hier besteht neben der Gefahr im Eis einzubrechen auch die Gefahr an Fließgewässern von sogenannten Eistößen. Vor allem die Flüsse im Waldviertel, wie Thaya, Weitenbach und Kremsfluss sind hier bekannte Gewässer, die auch im Jänner 2026 unter besonderer Beobachtung stehen. Sollte sich Eis an Engstellen aufstauen besteht lokal Hochwassergefahr. Da dies sehr rasch gehen kann, ist eine gute Beobachtung von kritischen Stellen notwendig.
⇒ Beachten Sie die aktuelle Wetterentwicklung und bestehende Warnungen der
Geosphere Austria.
⇒ Beachten Sie die Pegelprognosen des hydrographischen Dienstes!
Beispiele aus der Vergangenheit
Schneestürme können auch in Niederösterreich für Behinderungen sorgen. So musste etwa in den Wintern 2021, 2022 und 2023 die A21 (Wiener Außenringautobahn) wegen extremen Schneefällen vorsorglich gesperrt werden. Am 19. April 2017 sorgte ein Wintereinbruch auf der A21 und der A1 für ein Verkehrschaos. Im Alpenvorland fielen innerhalb von 24 Stunden bis zu einem Meter Neuschnee.
Im Jänner 2019 verursachten extreme Schneemengen in den Bezirken Amstetten, Scheibbs und Lilienfeld Straßensperren, Evakuierungen wegen großer Lawinengefahr, hohe Schneelasten auf Dächern und lokale Stromausfälle. Tausende Einsatzkräfte mussten helfen.
Die größten Schäden in Niederösterreich verursachten die Orkane „Kyrill“ (Jänner 2007) und „Emma“ (Anfang März 2008). Beim Orkan „Kyrill“ starben in Europa über 40 Menschen durch umstürzende Bäume und herumfliegende Trümmer.
- Beachten Sie die aktuellen Wetterwarnungen der GeoSphere Austria!
- Beachten Sie die Pegelprognosen des hydrographischen Dienstes!
- Informationen zu Strom- und Infrastrukturausfall "Blackout" (NÖ Zivilschutzverband)
- Nähere Informationen zum Thema Erdbeben in Niederösterreich (Land NÖ)
- Nähere Informationen zu Gefahren im Winter (Land NÖ)
Weitere Informationen
Ihre Kontaktstelle des Landes für Zivil- & Katastrophenschutz
Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz Langenlebarner Strasse 106 3430 Tulln E-Mail: post.ivw4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005 - 13352
