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21.10.2026 | 10:07

LH Mikl-Leitner beim Symposium „Kultur der guten Nachbarschaft“

„Kein Algorithmus kann eine Begegnung oder ein Gespräch ersetzen“

Beim Symposium der Initiative „Nachbarschaft Leben“ (v.l.): Sabine Janu (Projekt „HerzensZEIT“), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Michael Musalek, Helena Röhrbacher (Projekt „Jugendtreff“) und Renate Brandtner („Gemeinsam statt einsam“ - Aktivcafé, Klosterneuburg).
Beim Symposium der Initiative „Nachbarschaft Leben“ (v.l.): Sabine Janu (Projekt „HerzensZEIT“), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Michael Musalek, Helena Röhrbacher (Projekt „Jugendtreff“) und Renate Brandtner („Gemeinsam statt einsam“ - Aktivcafé, Klosterneuburg).© NLK BurchhartDownload (1.2Mb)

Das bereits vierte Symposium der Initiative „Nachbarschaft leben“, das gestern, Dienstag, im Panoramasaal der HYPO NOE in St. Pölten abgehalten wurde, stand unter dem Titel „Stark miteinander: Aus der Isolation zu neuer Lebensqualität“. Dabei standen Fragen wie „Wie können wir Isolation überwinden und wieder mehr Begegnung, Lebensfreude und Gemeinschaft in den Alltag bringen?“ im Mittelpunkt.  

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstrich gleich zu Beginn: „Kein Algorithmus kann eine persönliche Begegnung oder ein persönliches Gespräch ersetzen. Das Miteinander, das Füreinander-Dasein, wird einfach immer wichtiger.“ Sie sprach von persönlichen Begegnungen der letzten Tage wie der mit Erzähler Folke Tegetthoff, der das Erzählkunstfestival „Fabelhaft Niederösterreich“ seit 20 Jahren organisiere, der aber auch Initiator der „Schule des Zuhörens“ ist. „Gerade dieses Zuhören müssen wir wieder lernen, denn nur, wenn man zuhört, kann man Begegnung garantieren und den anderen wieder verstehen“, meinte die Landeshauptfrau. 

Man lebe in einer Zeit, die geprägt sei von Digitalisierung, von KI und Social Media. „Noch nie haben wir so viel kommuniziert wie jetzt und trotzdem gibt es so viele einsame Menschen“, führte sie aus. Und Einsamkeit treffe heute vor allem auch die Jungen. „Deshalb müssen wir den jungen Menschen wieder Selbstvertrauen geben, Herausforderungen selbst schaffen zu können.“ Und man müsse ihnen Orte der Gemeinschaft schaffen, wie etwa Musikschulen, erklärte sie. „Bei uns in Niederösterreich besuchen 63.000 Kinder und Jugendliche die Musik- und Kunstschulen. Und sie lernen nicht nur musizieren oder Theater spielen, sie lernen Teamgeist, Kameradschaft, pünktlich zu sein, selbstbewusst auf Bühnen zu stehen – wir stärken dadurch die kognitiven Fähigkeiten und vor allem die sozialen Fertigkeiten unserer Jungen“, zeigte sich die Landeshauptfrau überzeugt. Zugleich halte man sie damit vom Handy fern, „und das ist meines Erachtens die beste Prävention vor Einsamkeit.“ 

Die Landeshauptfrau nutzte das gestrige Symposium auch für „ein großes Dankeschön an all jene Menschen, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren und so unsere Vereine und Nachbarschaftsinitiativen mit Leben füllen.“ Beispielhaft sprach sie von regionalen Initiativen wie „Nachbarschaftskultur im Waldviertel“, einer Plattform für jene, die sich engagieren wollen, aber gleichzeitig auch für alle jene, die einsam sind, Unterstützung und Hilfe brauchen – aber auch von Nachbarschaftsprojekten und Besuchsdiensten bis hin zu Seniorentreffs und generationenübergreifenden Initiativen. „Denn es sind oft die ganz kleinen Dinge, die eine ganz große Wirkung haben.“ 

Psychiater, Psychotherapeut und Universitätsprofessor für Allgemeinpsychiatrie Michael Musalek erklärte: „Einsamkeit ist noch immer eine hochtabuisierte Angelegenheit, obwohl es eines der zentralen Gesundheitsthemen ist.“ Um Einsamkeit und Isolation vorzubeugen, müsse man den Menschen „die Chance zur Teilhabe geben“, führte er aus. „Wir müssen Orte schaffen, wo die Menschen wirklich gerne hingehen, um sich zu treffen.“ Aktive Kultur wie gemeinsam singen, basteln, malen oder gemeinsam etwas schaffen sei etwas ganz Zentrales, das man bereits in der Schule etablieren sollte. „Wir beginnen oft erst bei den 60-, 70-Jährigen, gegen die Einsamkeit zu arbeiten, aber eigentlich müsste man schon spielerisch bei den Kindern damit beginnen. Denn was sie als Kind lernen, können sie im Alter auch umsetzen.“ 

Beim gestrigen Symposium wartete auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissen aus der Forschung und es wurden zahlreiche regionale Projekte, Initiativen und Ideen zum Nachmachen vorgestellt wie etwa „Mit Freude Singen“ in Bad Vöslau, „HerzensZEIT“ und „Jugendtreff“ in Mauerbach oder auch „Radeln ohne Alter“ an den Standorten Ebreichsdorf und Wiener Neustadt. 

Alle Informationen rund um die Initiative Nachbarschaftskultur online auf www.nachbarschaftskultur.at

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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Psychiater, Psychotherapeut und Universitätsprofessor Michael Musalek.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Psychiater, Psychotherapeut und Universitätsprofessor Michael Musalek.© NLK BurchhartDownload (1.1Mb)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Psychiater, Psychotherapeut und Universitätsprofessor Michael Musalek.

„Es sind oft die kleinen Dinge, die große Wirkung haben“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
„Es sind oft die kleinen Dinge, die große Wirkung haben“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.© NLK BurchhartDownload (1.1Mb)

„Es sind oft die kleinen Dinge, die große Wirkung haben“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Symposium der Nachbarschaftskultur unter dem Titel „Stark miteinander: Aus der Isolation zu neuer Lebensqualität“.
Symposium der Nachbarschaftskultur unter dem Titel „Stark miteinander: Aus der Isolation zu neuer Lebensqualität“.© NLK BurchhartDownload (1.8Mb)

Symposium der Nachbarschaftskultur unter dem Titel „Stark miteinander: Aus der Isolation zu neuer Lebensqualität“.

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