21.09.2026 | 13:03

March bekommt wieder mehr Raum

LH-Stv. Pernkopf: Alter March-Mäander auf österreichischer Seite wieder an den Hauptstrom angebunden

Ein wichtiger Schritt für die Renaturierung der March ist geschafft: Im Rahmen des österreichisch-slowakischen Projekts reConnect wurde vor kurzem ein alter Mäander auf österreichischer Seite wieder an den Hauptstrom angebunden. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden grenzüberschreitenden Renaturierungsprojekts bei Hohenau an der March.

„Wir geben unseren Flüssen wieder mehr Raum! Diese Wiederanbindung des Nebenarms an die March reiht sich in eine ganze Liste von Flussrenaturierungen und Gewässeraufweitungen. Unsere Strategie ist klar: Das Wasser in der Fläche halten und den Regentropfen dort auffangen, wo er fällt. Das hilft Fischen und anderen Tier- und Pflanzenarten und hilft auch im Hochwasserfall in die Pegel zu senken“, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Aktuell laufen daher noch weitere große Renaturierungsprojekte, z.B. in Emmersdorf und Griemsing an der Donau sowie an vielen weiteren großen Flüssen und kleinen Bächen Niederösterreichs.

Die Bauarbeiten sind in den vergangenen Monaten aufgrund günstiger Witterungs- und Abflussbedingungen rasch vorangeschritten. Der Mäander auf slowakischer Seite konnte bereits wieder an die March angebunden werden. Auf österreichischer Seite wurden große Mengen an Sediment bewegt und in den regulierten Flusslauf eingebracht. Damit kann die March in diesem Bereich wieder stärker ihrem ursprünglichen Verlauf folgen. Die bisher regulierten Flussabschnitte werden künftig als zusätzliche Stillwasserbereiche genutzt.

Auch Bundesminister Norbert Totschnig hebt die Bedeutung der Maßnahmen hervor: „Mit der Renaturierung der March geben wir dem Fluss wieder mehr Raum und schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Wiederanbindung alter Flussarme stärkt den natürlichen Wasserrückhalt und verbessert die ökologische Vielfalt in der gesamten Region. Investitionen in unsere Flüsse sind Investitionen in eine intakte Natur, mehr Lebensqualität und eine lebenswerte Zukunft.“

Bundesminister Peter Hanke betont die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Die March zeigt eindrucksvoll, was gelebte europäische Zusammenarbeit leisten kann. Gemeinsam mit unseren slowakischen Partnerinnen und Partnern schaffen wir hier mehr Raum für die Natur. Die viadonau setzt mit reConnect ein Vorhaben um, das ökologische Verantwortung und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet – ein Beispiel dafür, wie Infrastrukturpolitik und Klimaschutz Hand in Hand gehen.“

Die aktuellen Arbeiten sind Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets zur ökologischen Aufwertung der March und ihrer Aulandschaft. Gemeinsam mit slowakischen Partnern werden im Rahmen der Projekte reConnect und Restore4Life seit März 2026 zahlreiche ökologische und flussmorphologische Verbesserungen umgesetzt. Auf niederösterreichischer Seite erstreckt sich das Projektgebiet über die Gemeinden Hohenau an der March, Ringelsdorf-Niederabsdorf und Drösing. Durch den Rückbau des regulierenden Steinkorsetts und die Wiederanbindung von zwei ehemaligen Mäandern wird der Lauf der March um rund 900 Meter verlängert. Gleichzeitig wird das Gefälle der Flusssohle reduziert. Auch die Absenkung der Ufer spielt eine wichtige Rolle: Dadurch kann die March wieder stärker mit ihrem unmittelbaren Umland und den angrenzenden Auwaldgebieten in Verbindung treten. Die ökologischen Bedingungen für Flora und Fauna werden verbessert und der natürliche Wasserrückhalt in der Landschaft gestärkt. Das von viadonau als Unternehmen des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur umgesetzte Projekt reConnect widmet sich der weiteren Revitalisierung und Vernetzung des March-Thaya-Flusssystems. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, dem Land Niederösterreich, dem NÖ Landesfischereiverband, dem Fischereirevierverband II sowie der Österreichischen Fischereigesellschaft gegr. 1880. Für die Umsetzung der Maßnahmen bis 2027 steht ein Gesamtbudget von rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung. Neben der ökologischen Aufwertung der March stehen dabei auch die Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts und die Stärkung des Hochwasserschutzes im Grenzraum im Mittelpunkt.

Nähere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Tel: 02742/9005 – 12703, Mobil: 0676/81215283, E-Mail: lhstv.pernkopf@noel.gv.at.

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