Das Land Niederösterreich stellt im Jahr 2026 im Rahmen der FTI-Calls rund 8,5 Millionen Euro für innovative Forschungsprojekte zur Verfügung, die im Rahmen von fünf Ausschreibungen vergeben werden.
Wissenschaftslandesrat LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf bedankt sich für den einstimmigen Beschluss in der Landesregierung und betont am IFA-Tulln dazu: „Wer die Wissenschaft gestaltet, gestaltet die Zukunft. Unsere Fördercalls sind ein Wettbewerb um die besten Ideen, bei denen unsere Unis und Forschungsinstitutionen einreichen können. Die innovativsten Projekte erhalten den Zuschlag und werden unser Land weiter an die Spitze bringen. Denn während Wissenschaft und Forschung anderswo zunehmend unter Druck geraten, setzen wir in Niederösterreich bewusst auf dieses Zukunftsthema. Wir investieren in kluge Köpfe, in neue Technologien und in Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Wer morgen vorne sein will, muss heute in Forschung investieren.“
Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont: „Auch in unserer Wirtschaftsstrategie 2030+ haben wir uns zum Ziel gesetzt, in Wissenschaft und Forschung zu investieren. Damit wollen wir die Wirtschaft unterstützen und schlussendlich Wertschöpfung in Niederösterreich erzielen. Denn innovative FTI-Projekte helfen dabei, neue Produkte zu entwickeln oder die Grundlage für neue Marktchancen zu bilden.“
Ein besonderer Schwerpunkt in der Höhe von zwei Millionen Euro liegt auf der Förderung von Dissertationen an Hochschulen, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Niederösterreich. Pernkopf: „Damit stärken wir gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs und schaffen attraktive Rahmenbedingungen für junge Forscherinnen und Forscher in Niederösterreich.“ Für modernste wissenschaftliche Gerätschaften und Einrichtungen werden 1,8 Millionen zur Verfügung gestellt, um den Forscherinnen und Forscher exzellente Rahmenbedingung zu schaffen und langfristig abzusichern. Bereits in den letzten Jahren konnten innovative Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden, wie beispielsweise ein eigenes KI-Labor mit Hochleistungscomputern an der UST-University of Applied Sciences St. Pölten, wodurch die Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz massiv vorangebracht werden kann.
Im Bereich der angewandten Forschung liegt der Fokus auf Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, insbesondere in den Zukunftsfeldern Digitalisierung, intelligente Produktion und Materialien. Damit werden um 1,8 Millionen Euro Innovationen gefördert, die zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes beitragen. Einen weiteren Schwerpunkt um 1,08 Millionen Euro bilden Citizen-Science-Projekte in den Bereichen Umwelt, Klima, Ressourcen sowie Gesundheit und Ernährung. Hier arbeiten Bürgerinnen und Bürger aktiv mit Forschungseinrichtungen zusammen und leisten einen konkreten Beitrag zur Wissensgenerierung. Darüber hinaus werden Grundlagenforschungsprojekte im Bereich Gesellschaft & Kultur mit insgesamt 1,8 Millionen Euro unterstützt, bei denen mehrere Wissenschaftseinrichtungen gemeinsam neue Erkenntnisse für Land und Leute erarbeiten. Pernkopf: „Mit den Forschungs-Calls setzt Niederösterreich ein klares Signal: Forschung ist kein Kostenfaktor, sondern die Grundlage für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und gesellschaftliche Entwicklung. Ziel all dieser Forschungsprojekte muss es sein, dass Leben wieder leichter und das Zusammenleben besser zu machen.“
Wie solche Forschungs-Calls wirken, erfuhr Pernkopf bei einem Besuch am IFA Tulln. Denn Erkenntnisse aus Forschungsprojekten der letzten Jahre bilden schon heute die Basis für innovative Materialien, neue Medikamente, leistungsfähige Computertechnologien oder moderne Diagnoseverfahren. So zielt ein in den letzten Monaten gefördertes Projekt der BOKU Wien am Standort IFA Tulln darauf ab, nachhaltige und kreislauffähige Materialien für den 3D-Druck zu entwickeln. Dazu erklärt Prof. Dr. Andreas Mautner vom Institut für Umweltbiotechnologie: „Ziel eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Materialien muss sein, die Komponenten möglichst lange im Kreislauf zu halten. Wir forschen an Lösungen, um die Materialien am Ende des Lebenszyklus, quasi auf Knopfdruck, in ihre Bestandteile zu zerlegen. Daraus generieren wir wieder neue Materialien, ohne Abfall bzw. Treibhausgase zu produzieren. Enzymatische Prozesse, die bei moderaten Temperaturen ablaufen und damit niedrigen Energieaufwand bedeuten, sind hierbei eine nachhaltige Möglichkeit, um Materialien im Kreislauf zu halten“.
Ein weiteres gefördertes Projekt ist eine neue Stiftungsprofessur für Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft. Dafür erhielt nun die FH Wiener Neustadt den Zuschlag, die diese Stiftungsprofessur am Campus Francisco Josephinum in Wieselburg etabliert wird: „Wir waren in Österreich der erste Ausbildungsstandort, der bereits 2018 Künstliche Intelligenz fest in die landwirtschaftliche Ausbildung integriert hat – mit dem Ziel, technologische Innovationen direkt für die Lösung agrarischer Herausforderungen nutzbar zu machen. Der Förderzuschlag für die Stiftungsprofessur ist nun ein entscheidender Meilenstein, um unseren Studiengang konsequent weiterzuentwickeln und unsere Rolle als internationaler Vorreiter weiter auszubauen“, so Studiengangsleiter Dr. Markus Gansberger. Nach der nun erfolgten Fördervergabe wird jetzt eine Auswahlverfahren durch die FH Wiener Neustadt durchgeführt und die Stelle samt Forschungskonzept anschließend besetzt. „Damit wollen wir Erkenntnisse der Wissenschaft nutzen und damit die Landwirtschaft effektiver und schlussendlich produktiver machen,“ so Pernkopf abschließend.
Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Telefon 02742/9005–12704, Mobiltelefon 0676/81215283, E-Mail: lhstv.pernkopf@noel.gv.at.
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LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf mit Prof. Andreas Mautner und seinem Team.
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